LATEINAMERIKA WOCHE 2005

in Nürnberg

vom 22.01.2005
bis 29.01.2005

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Das war die Lateinamerikawoche 2005

Zusammenfassung

Die diesjährige Lateinamerikawoche war wieder ein voller Erfolg; die verschiedenen Informations- und Kulturveranstaltungen waren sehr gut besucht. Die anschließend stattfindende "Lateinamerika-Filmwoche" wurde ebenfalls ein Erfolg.

Geboten wurde vom 22. Januar bis 5. Februar ein Mix aus Länderveranstaltungen, thematisch gegliederten Veranstaltungen, sowie Musik, Literatur und Filmen aus und über Lateinamerika. Hochkarätige Referenten aus verschiedenen Ländern des Subkontinents beschäftigten sich mit der Lage der Menschenrechte, der wirtschaftlichen und politischen Situation in ausgewählten Ländern.

Kultureller Höhepunkt war das Konzert der Band Hatuey aus Stockholm, mit afro-kubanischer Musik, die das Publikum begeisterte und zum Tanzen animierte.

Der "Trägerkreis Lateinamerikawoche", in dem zahlreiche Menschenrechtsgruppen, kirchliche Institutionen und städtische Einrichtungen, insbesondere das Amt für Kultur und Freizeit, zusammenarbeiten, zieht deshalb eine mehr als zufriedene Bilanz.

Die nächste "Lateinamerikawoche" soll traditionell Ende Januar 2006 stattfinden.

Nun einige Bilder zu den verschiedenen Veranstaltungen und zur herrschenden angenehmen Atmosphäre.

(auf ein Bild klicken, um zur Großbildansicht zu gelangen!)

Eröffnung
Im vollbesetzten Saal eröffnete Hans Hunglinger die Lateinamerikawoche 2005
Hans Hunglinger bei der Eröffnung Publikum

Theater
Das Arkadas-Theater aus Köln spielte "Brennende Geduld".

Der als "Der Postmann" erfolgreich verfilmte Roman "Mit brennender Geduld" von Antonio Skármeta erzählt die Geschichte der Freundschaft zwischen dem einfachen Briefträger Mario und dem weltberühmten Dichter und Nobelpreisträger Pablo Neruda.
Mit Hilfe eines Gedichts, das Mario dem väterlichen Freund abringt, gewinnt er das Herz seiner Angebeteten. Nicht, ohne als Brautwerber mit der resoluten Mutter der Braut in spe in heftigste Auseinandersetzungen zu geraten. Doch die Macht des Wortes, die treffende Metapher, die Magie seiner Poesie wirken Wunder.
Als Neruda von der Regierung Allende als Botschafter nach Paris entsandt wird, bleibt er mit seinem Briefträger in Verbindung. Er schreibt ihm, und dafür schickt ihm Mario auf Tonband die Glockentöne, das Meeresrauschen, die Laute der Tiere und Menschen ins ferne Frankreich.
Das interkulturelle Ensemble des Kölner Arkadas-Theaters arbeitet unter der Regie von Rainer Hannemann die völkerverbindende Kraft der Poesie und der Metaphern heraus, die politische Fesseln sprengt.
Szene aus dem Theaterstück Viel Applaus zum Schluss Nach der Vorstellung Nach der Vorstellung

Lesung
Literarische Matinée: "Über Lebende"
mit: Esther Andradi / Argentinie
Esther Andradi, in Atavila / Argentinien geboren, las aus ihrem neuesten Buch "Über Lebende", das 50 zweisprachige poetische Miniaturen auf Spanisch und Deutsch enthält. Ein außergewöhnliches Buch: Auf wenigen Seiten zeigt es den Zusammenbruch Argentiniens und berührt uns zutiefst mit seiner Poesie und Wehmut. (Margo Glanz, Schriftstellerin, Mexiko)
Frühstück Einleitung zur Lesung Publikum Esther Andradi währen dder Lesung Nach der Lesung

Globalisierung
Wer bietet weniger? - Konzernstrategien und Arbeitsplatzabbau
Aktuelle Tendenzen der Internationalisierung der Produktion
mit: Thomas Sablowski

  • Wird mit der Globalisierung ein immer größerer Teil der Produktion an Niedriglohnstandorte verlagert?
  • Wie sieht die neue internationale Arbeitsteilung konkret aus, und was bedeutet sie für alte und neue Industrieländer?
  • Genügt mittlerweile schon die Androhung von Produktionsverlagerungen, um in den hochindustrialisierten kapitalistischen Zentren auf breiter Front Lohnsenkungen und Arbeitszeitverlängerungen durchzusetzen?
  • Welche ökonomischen und sozialen Konsequenzen aber ergeben sich aus der Unterminierung überkommener sozialer Kompromisse?
  • Kann die nachholende Industrialisierung an der Peripherie des kapitalistischen Weltsystems zu "Aufwertungsprozessen" führen, die nicht nur einzelne Länder der Peripherie ins Zentrum führen, sondern für den Kapitalismus insgesamt einen neuen Wachstumsschub bedeuten?
  • Wie kann die Organisierung von Lohnabhängigen unter den Bedingungen der Internationalisierung der Produktion erfolgen?

  • Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Beitrag. Thomas Sablowski arbeitet bei der Redaktion Prokla, Berlin.
    Einleitung

    Oikocredit
    Ethische Geldanlagen: Entwicklungsförderung durch Mikrokredite
    mit: Dr. Joachim Schneider

    Bei der Armutsbekämpfung haben sich vor allem Mikrokredite als effiziente Strategie erwiesen. Doch nur ein kleiner Teil der Menschen hat Zugang dazu. Darum bemüht sich Oikocredit, weltweit einer der größten Ethischen Investoren, sein Angebot von Selbsthilfe-Krediten auszuweiten, gerade im Internationalen Jahr der Mikrokredite 2005. Denn faire Kredite schaffen produktive Arbeitsplätze vor Ort, wecken die Eigeninitiative und stärken das Selbstbewusstsein.
    Bisher hat Oikocredit ca. 60 Mio. € an Mikrokredit-Institutionen verleihen können, besonders in Lateinamerika. Doch es könnten mehr werden, wenn Organisationen und Privatpersonen diese besondere Art Ethischer Geldanlage kennen lernten.
    Mehr dazu unter http://www.oikocredit.org/de.
    Dr. Joachim Schneider ist seit Anfang 2005 Geschäftsführer des EDCS-Förderkreises Bayern.

    Ecuador
    Öl für Schulden
    Soziale und ökologische Auswirkungen der Verschuldung in Ecuador
    mit: Irene Knoke, Siegburg

    Ecuador opferte in den letzten Jahren zwischen 30 und 40 % seiner Exporterlöse für den externen Schuldendienst, 2003 waren es sogar 45 %. Seit 20 Jahren versucht das Land die Wirtschaftsempfehlungen des IWF umzusetzen, ohne dass es zu einem nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung gekommen wäre, der genug erwirtschaftet, um den Schuldendienst bezahlen zu können. So muss sich der Staat weiter verschulden und Ausgaben kürzen. Die Menschen leiden unter Steuererhöhung einerseits und Kürzungen für Gesundheit, Sozialausgaben und Bildung andererseits. Auch die Natur zahlt für die Schulden: durch zunehmende Ausbeutung von Bodenschätzen, wie Erdöl, wird sie nachhaltig zerstört. Seit Jahren bemühen sich Initiativen hier wie dort für das Schuldenproblem Auswege zu finden. Ein Treffen dieser Initiativen in Rom gab uns Gelegenheit, uns zu informieren und Möglichkeiten für eine Lösung zu diskutieren. Diese Diskussion wollen wir mit Euch hier fortsetzen.
    Irene Knoke arbeitet bei Südwind in Siegburg.

    Gedenkstätten
    Gedenkstätten und der Streit um die Erinnerung
    Wie Lateinamerika mit den Verbrechen der Diktatur umgeht
    mit: Dr. Estela Schindel, Berlin

    Die Spuren der Erinnerung an die Schrecken der Diktatur finden sich bis heute im Stadtbild vieler lateinamerikanischer Städte. Ähnlich wie in Deutschland gibt es dort eine teils heftige Diskussion um den Umgang mit diesen Orten des Schreckens. Soll man Denkmäler errichten? Oder Museen, in denen an eine Vergangenheit erinnert wird, die für viele noch schmerzhafte Gegenwart ist? Wie schließlich der Verschwundenen gedenken, von denen keine Spur geblieben ist?
    Gefragt wird auch, wer eigentlich über diese Fragen zu entscheiden hat - die Opfer? der Staat? die Gesellschaft in Form von Kommissionen?
    Dr. Estela Schindel, argentinische Sozialwissenschaftlerin mit Lehrauftrag an der Freien Universität in Berlin, sprach über diese Fragen der Erinnerungspolitik anhand von Beispielen und Bildern aus Argentinien, Brasilien, Chile und Uruguay.
    Estela Schindel während dem Vortrag

    Uruguay
    Uruguay - Die Linke an der Macht?
    Ein historischer Sieg des linken Wahlbündnisses in der "Schweiz Südamerikas".
    mit: Dieter Schonebohm, Wiesbaden

    Zum ersten mal in der Geschichte Uruguays haben die beiden traditionellen Parteien, die sich seit 174 Jahren die Macht teilten, die Wahlen zur Präsidentschaft und zum Parlament verloren. Ein breites Wahlbündnis unter Führung des ehemaligen Bürgermeisters von Montevideo, Tabaré Vázquez, setzte sich mit deutlicher Mehrheit durch. Hinter dem neuen Präsidenten vereinten sich praktisch alle Strömungen der demokratischen Linken, einschließlich der Nachfolgepartei der Tupamaros, die sogar die meisten Stimmen innerhalb des Bündnisses erhielt.
    Damit ist wieder einmal die Linke in einer Situation in die politische Verantwortung gewählt worden, in der die traditionellen Parteien ein Land zu Grunde gewirtschaftet haben.
    Was bedeutet dieser Wahlsieg, welche Chancen bestehen im kleinen Uruguay für soziale und politische Reformen?
    Darüber informierte der Politikwissenschaftler, Historiker und Romanist Dieter Schonebohm, der bis vor kurzem in Uruguay gelebt hat.
    Einleitung Dr. Rainer Huhle Dieter Schonebohm

    Guatemala
    Guatemala: Ein Land zwischen Hoffnung und Resignation
    mit: Felix Koltermann

    Im Januar 2004 trat in Guatemala Óscar Berger sein Amt als Präsident an. Es wurden große Hoffnungen in ihn gesetzt, denn die sozialen Konflikte, die zum Ausbruch des Bürgerkriegs führten, sind ungelöst, der Staat in all seinen Institutionen korrupt und die Macht der Militärs ungebrochen. Soziale Organisationen, die für bessere Lebensverhältnisse und die Aufarbeitung von Menschenrechtsverbrechen kämpfen, werden bedroht und verfolgt.
    Im Vortrag, der von Diaaufnahmen zu den einzelnen Themen begleitet wurde, ging es einführend um die jüngere Geschichte, den Bürgerkrieg und dessen Aufarbeitung sowie um die Agrarfrage. Ein weiteres Thema war die Arbeit im Zeugenschutzprogramm der guatemaltekischen Menschenrechtsorganisation CALDH.
    Felix Koltermann, Dortmund, war längere Zeit in Guatemala und hat dort zahlreiche Projekte besucht, Interviews und Reportagen gemacht und die Wahlen als Beobachter im Auftrag der deutschen Menschenrechtsorganisation CAREA begleitet.
    Einführung Diavortrag Diskussion

    Nicaragua
    Nicaragua: "Was warst Du schön, Compañera!"
    25 Jahre Sandinistische Revolution in Nicaragua
    mit: Ralf Leonhard, Wien

    Als zehn Jahre voller Veränderungen und Hoffnungen sehen viele NicaraguanerInnen die Zeit von 1979-1990, als die Somoza-Diktatur abgeschüttelt war und die Sandinistische Befreiungsfront FSLN die Geschicke des Landes bestimmte. Eine kurze, aber enorm wichtige Epoche, in der Nicaragua selbstbestimmte neue Formen von Basisarbeit, Partizipation, kulturellem Ausdruck, Demokratie und Unabhängigkeit von den übermächtigen USA ausprobierte. David lehnte sich gegen Goliath auf und hielt lange nicht nur die Welt in Atem, sondern beeinflusste Biographien vieler solidarisch denkender und handelnder Menschen in aller Welt.
    Das kürzlich in Nürnberg erschienene Buch "Compañero Eppelein und die Revolution am Río Pegnitz" belegt dies am Beispiel Nürnberg! Was ist geblieben von der nicaraguanischen Revolution? Und was davon könnte eine Grundlage für eine künftige politische und wirtschaftliche Weiterentwicklung des Landes sein, das sich derzeit in einer eher desolaten Situation befindet?
    Der Journalist und Nicaragua-Experte Ralf Leonhard aus Wien versuchte, Antworten darauf zu finden.
    Einführung Ralf Leonhard während dem Vortrag Ralf Leonhard während dem Vortrag

    Konzert: Hatuey
    Abschlusskonzert: "Hatuey" - Latin Power aus Schweden
    Hatuey ist eine neunköpfige internationale Band aus Stockholm, die sich ganz der kubanischen Musik verschrieben hat. Sie spielen modernen Salsa mit einer guten Portion afro-kubanischer Rhythmen. Viel Abwechslung mit einem unwiderstehlichen Rhythmus - einfach perfekte Tanzmusik!
    Natürlich gab es auch wieder die Möglichkeit zu tanzen, um so schwungvoll eine erfolgreiche Lateinamerikawoche 2005 zu feiern.
    Begrüßung zum Abschlusskonzert Hatuey Hatuey Hatuey Sängerin und Sänger von Hatuey
    Ausgelassene Stimmung beim Abschlusskonzert Hatuey brachte die Besucher zum Tanzen Kassenbesetzung Nach dem Konzert

    Guatemala Ausstellung
    "Flüchtlinge über den Tod hinaus - Auf der Suche nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Versöhnung"
    Der amerikanische Fotograf Jonathan Moller hat sieben Jahre in Zentralamerika verbracht. In Guatemala war er für eine Menschenrechtsorganisation tätig, die durch den Bürgerkrieg entwurzelte und vertriebene Bevölkerungsgruppen unterstützt. 2000/2001 war er Dokumentarfotograf des Teams für Forensische Anthropologie vom Büro für Frieden und Versöhnung in El Quiché. Im Rahmen dieser Tätigkeit entstand ein Teil der Fotos dieser Wanderausstellung.

    Stände und Besucher
    Infostände Infostände


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