LATEINAMERIKA WOCHE 2020

in Nürnberg

vom 25.01.2020
bis 02.02.2020

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Einzelveranstaltungen
Dienstag, 28.01 - Donnerstag, 30.01.

Einlass zu den Veranstaltungen ist jeweils eine halbe Stunde vor den angegebenen Zeiten - alle Veranstaltungen finden (sofern nicht anders angegeben) im Großen Saal des Bürgerzentrums Villa Leon statt.


Dienstag, 28.01.2020, 18 Uhr
Lateinamerika nach den Linksregierungen. Was nun?

freihandel

Neoliberaler Fluch, Allheilmittel der Armutsbekämpfung oder Instrument nachhaltiger Entwicklung?

Vom Aufbruch, den die progressiven Regierungen in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern Anfang der 2000er Jahre ausgelöst hatten, ist nichts mehr übrig. Die Rechte hat die Macht zurückerobert und stampft die sozialpolitischen Erfolge der Linksregierungen ein. Doch auch Lula, Rousseff, Chávez, Morales, Ortega oder Correa konnten die Abhängigkeit Lateinamerikas vom Weltmarkt und seinen Konjunkturen nicht beenden, sondern setzten auf Extraktivismus und Inwertsetzung. Gegenüber den neuen Eliten gingen soziale Bewegungen auf Distanz. Heute, angesichts des Rechtsrucks, besteht möglicherweise die Chance auf Erneuerung eines linken Projekts in Lateinamerika, das sich auch in feministischen Kämpfen widerspiegelt.
Moritz Krawinkel ist Lateinamerikareferent bei der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international und besucht die Region regelmäßig.


Dienstag, 28.01.2020, 20 Uhr
Eintritt: frei
Venezuela in der Krise




Hugo Chavez wurde 1998 zum Präsidenten Venezuelas gewählt. Er hat die ergiebigen Ölreichtümer des Landes in den Dienst der Armutsbekämpfung gestellt. Die Kindersterblichkeitsrate wurde halbiert. Der Analphabetismus wurde beseitigt. Hugo Chavez hat auch einen bedeutenden Beitrag zur Einigung und Integration Lateinamerikas geleistet. Nach seinem Tod 2013 gewann sein früherer Außenminister und Vizepräsident Nicolas Maduro die Präsidentschaftswahlen. Die Opposition hingegen konnte 2015 die Parlamentswahlen klar für sich entscheiden. Der erneute Wahlsieg Maduros im Mai 2018, wurde von den westlichen Staaten nicht anerkannt. Juan Guaidó, der von der Opposition Anfang 2019 als Interimspräsident eingesetzt wurde dagegen schon. Guaidós Versuch, im Februar über eine aus Kolumbien eingeleitete sogenannte humanitäre Operation die Macht zu ergreifen, scheiterte wie auch sein Bestreben, im April die Unterstützung der Armee zu gewinnen. Venezuela erlebt eine tiefe politische, wirtschaftliche und soziale Krise, eingeleitet durch einen drastischen Zerfall des Ölpreises. Dies ist die Folge mehrerer Schwächen der Regierung: krasse Korruption, mangelnde Währungspolitik, die eine Hyperinflation verursacht, ungenügende Bekämpfung von Fluchtkapital, Mitverantwortung für die absackende Ölproduktion, fehlende Diversifizierung der Wirtschaft. Viele verlassen das Land, in dem auch eine hohe Gewaltrate vorherrscht. Für einen Regimewechsel haben die USA, neben einer Medienkampagne, massive Finanz- und Wirtschaftssanktionen gegen Venezuela unternommen. Europäische Banken und Unternehmen beteiligen sich daran.
Jean Feyder. war u.a. Botschafter und ständiger Vertreter für Luxemburg bei den Vereinten Nationen und der Welthandelsorganisation in Genf. Seit dem Ende seiner diplomatischen Karriere engagiert er sich in zivilgesellschaftlichen Organisationen und schreibt u.a. zu den Themen Welthandel, Ernährungs- und Umweltpolitik sowie Nahostkonflikt und Venezuela.




Mittwoch, 29.01.2020, 18:00 Uhr
Lateinamerikanische Büfett mit Musik
Renato

Der Verein Familia Latina bietet Empanadas, Arepas, Tamales und Tortillas an. Genießen Sie diese vegetarischen oder mit Fleisch gefüllten lateinamerikanischen Köstlichkeiten. Die Musik wird von dem Musiker Renato Tejada beigesteuert, einem peruanischen Künstler, der bereits auf den Bühnen vieler Länder der Welt aufgetreten ist. Er präsentiert sowohl eigene als auch einige traditionelle lateinamerikanische Lieder.





Mittwoch, 29.01.2020, 20 Uhr
Eintritt: frei
Keine Hilfe ohne Rendite?!
Entwicklungshilfe für Konzerne

solidarität


Absurd, aber wahr: Seit Beginn der Finanzkrise 2007 wird die Finanzindustrie nicht etwa geschmäht, sondern von der Entwicklungspolitik hofiert. Es wird versprochen, zusätzliche private Gelder für die Entwicklungszusammenarbeit zu mobilisieren. So haben sich in den letzten 10 Jahren Banken, Investmentfonds und Finanzdienstleister als zentrale „Entwicklungshelfer“ etabliert.
Das Geld fließt häufig an große Agrarkonzerne, an denen Firmen wie Bayer, Unilever oder Cargill beteiligt sind. Geschwiegen wird über die erheblichen Profite, die aus den Zielregionen an alle beteiligten Investoren abfließen. Und auch die versprochenen vor-Ort-Effekte solcher "modernen" Entwicklungsfinanzierungen sind oft äußerst fragwürdig.
Roman Herre, Agrarreferent der Menschenrechtsorganisation FIAN, berichtet von seinen Untersuchungen, die so gar nicht zu den Berichten der Hochglanzbroschüren passen wollen.



Donnerstag, 30.01.2020, 18 Uhr
Klimarettung und Umweltschutz in Lateinamerika und Deutschland

klimarettung

Jugendliche u.a. in Deutschland verlassen ihre Schulen, um für ihre Zukunft zu demonstrieren. Sie sind nicht die ersten und nicht die einzigen, denn seit Jahren versuchen Menschen überall in der Welt, die Umwelt zu schützen. In Lateinamerika werden Umweltaktivist*innen bedroht oder gar ermordet. Heike Kammer berichtet von mutigen Menschen in Mexiko, Guatemala, Honduras, El Salvador und Kolumbien. Von ihrem Kampf für ein gutes Leben für alle, wozu Menschen, Tiere, Pflanzen und Mutter Erde gehören. Wir erfahren aus erster Hand von Umweltaktivitäten und überlegen, wie wir einander unterstützenkönnen.
Heike Kammer lebte und arbeitete sechs Jahre als Friedensfachkraft in Chiapas, Mexiko und ist regelmäßig in Mittelamerika unterwegs.




Donnerstag, 30.01.2020, 20 Uhr
Eintritt: frei
Die Regierung Trump und die Faschisierung Lateinamerikas

brasilien

Bolsonaro-Regierung, Wirtschaftsstagnation, Umweltkrise und sozialer Widerstand in Brasilien. Der ultrarechte Präsident Jair Messias Bolsonaro macht keinen Hehl aus seinem Hass auf Minderheiten, indigene Völker, Venezuelas und Cubas Regierung, seiner Bewunderung für die Militärdiktatur sowie Geringschätzung für Völker- und Menschenrechte. Angst und Konfrontation innerhalb der Gesellschaft spitzen sich durch zahlreiche Morde an Vertreter*innen der sozialen Bewegungen weiter zu. Was bedeutet die Regierung der Ultrarechten und der BRICS-Aufstieg für Brasilien und andere Länder Lateinamerikas? Wie äußert sich der Kampf für in Inklusion, Sozialprogramme, Umweltschutz, Würde und Solidarität? Venezuela und Cuba, sie haben besonders unter Trumps Boykott- und Blockademaßnahmen zu leiden. Sie verteidigen jedoch die Souveränität ihrer Staaten. Doch wie stark sind die Bündnisse ALBA und CELAC noch? Welchen Einfluss können sie noch entwickeln?
Dr. Emilio Astuto ist Rechtsanwalt für Völkerrecht, Menschenrechte sowie internationales Gewerkschaftsrecht




 



Weiteres Programm:

Ausstellungen
Einzelveranstaltungen 25.-27.01.
Einzelveranstaltungen 31.01-02.02.


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