Rohstoffpolitik, Lateinamerika und das EU-Lieferkettengesetz

Programm2023

Donnerstag 26.01, 18 Uhr

Lithiumboom in Lateinamerika und die Rohstoffstrategie der EU – Extraktivismus 2.0.?

Sei der Corona-Pandemie und insbesondere seit dem russischen Krieg gegen die Ukraine ist die Debatte um die Versorgungssicherheit sowie um resiliente Lieferketten in der rohstoffpolitischen Debatte in Deutschland und auf EU-Ebene vorherrschend. Mit einer neuen EU-weiten Strategie soll die Diversifizierung des Rohstoffbezugs sowie die Wertschöpfungskette für kritische Rohstoffe ausgebaut werden. Einer dieser so genannten kritischen Rohstoffe ist Lithium. Die Prognosen des Anstiegs der Nachfrage für dieses Mineral sind enorm. Die EU rechnet allein für Elektrofahrzeugbatterien und Energiespeicherung 2050 fast 60-mal mehr Lithium als 2019 zu benötigen. Aktuell bezieht die Europäische Union den Großteil ihres Lithiums aus Chile. Der Abbau hat massive soziale und ökologische Auswirkungen auf die dort lebenden indigenen Gemeinden. Sie werden in den Entscheidungen über Rohstoffexploration und –abbau häufig außen vorgelassen und fürchten um ihre Wasserreserven, die Zerstörung ihrer Umwelt und somit ihrer Lebensgrundlage. Wie muss eine zukunftsfähige und global gerechte Rohstoffstrategie gestaltet sein? Welche Rolle spielt dabei das viel diskutierte EU- Lieferkettengesetz und welche Maßnahmen sind darüber hinaus notwendig?

Teresa Hoffmann ist Referentin zu Fairem Handel, Rohstoffpolitik und Unternehmensverantwortung bei Brot für die Welt, AK Rohstoffe

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