Kosmopolitik: Aktuelle indigene Politik in der Anden-Region

Programm 2026

Mittwoch 28.01., 18.00 Uhr

Moderne Politik betrachtet sich oft als universell, basierend auf rationalen Prinzipien, die im Westen entstanden sind und von anderen Gesellschaften nachgeahmt werden sollen. Die realen Kämpfe indigener Völker zeigen jedoch, dass politische Praxis auch unter anderen Voraussetzungen und Denkweisen stattfinden kann. Indigene Kosmopolitik ist keine minderwertige Form der Politik, sondern folgt eigenen erkenntnistheoretischen und ethischen Prinzipien, Die indigene Kosmovision beruht auf einem ganzheitlichen, spirituellen Verständnis der Welt, die ein nachhaltiges Leben durch tiefe Ehrfurcht vor der Natur und wechselseitige Beziehungen mit allem Leben leitet und die Natur nicht nur als Ressource begreift. Gerade im Zeitalter des Anthropozäns (vom Menschen geprägt) und des Klimawandels ist ihr Ansatz wichtig, da sie sowohl den Schutz von Naturräumen als auch neue Wege der Gemeinschaftsbildung aufzeigt.

Dr. Marco Paladines ist Post-Doc und Lehrbeauftragter an der Universität der Bundeswehr München. Er studierte Soziologie, Politik- und Sozialwissenschaft in Quito und Berlin. Seine Forschung umfasst Sozialtheorie, Architektur- und Umweltsoziologie, Lateinamerika sowie visuelle und ethnographische Methoden.

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